Turnerfahrt

Eidgenössisches Turnfest Winterthur

 

Turnerfahrt 1984

31. Mai

Am Sonntag den 31. Mai versammelten sich der Herrenturnverein um 800 Uhr auf dem Postplatz Gsteig. Bis alle, die sich verspätet hatten, da waren, wurde es 830 Uhr. Wir fuhren mit Privatautos nach Le Sepey, stellten dort ein paar Au-tos ab und fuhren weiter nach La Comballaz. Die übrigen Autos stellten wir dort auf einen Parkplatz, nahmen die Rucksäcke und wanderten Richtung Leysin. Etwa um 1130 Uhr assen wir bei den Alphütten etwas Kleines, nach einiger Zeit ging es weiter. Bergab kamen wir an einem Steinbruch vorbei. Auf einmal ging es wieder bergauf, etwa um 1330 Uhr assen wir aus den Rucksäcken das Mit-tagessen. Wir suchten Holz und entzündeten ein Feuer um zu bräteln. Auf ein-mal verschwanden Thomas, Adrian und Andreas im Wald, nach einiger Zeit kamen drei Damen daher spaziert. Sie waren etwas unpassend angezogen. Eine hatte ein gelbes Spitzennachthemd an und die Badehaube war rosarot. Etwas gewagt in dieser Gegend, wo es weder ein Schwimmbad noch ein Bett gab. Die zweite hatte einen weissen Unterrock und blondgelocktes Haar. Die dritte hatte ein Kleid mit Blumenmuster. Sie hatten zwar Bartstoppeln und bei näherer Betrachtung sahen ihre ganzen Körper und das Drum und Dran nicht nach einer Frau aus. Wir suchten die Esswaren zusammen und verstauten sie in den Rucksäcken. Thomas, Adrian und Andreas wollten wieder ihre Kleider anziehen, aber jemand hatte sie versteckt. Da niemand wusste wer es war, mussten sie bleiben wie sie sind, wanderten mit uns Richtung Leysin. Vor dem Dorf Leysin warteten wir aufeinander, da fanden wir heraus das Richard Brand und René Ramseier die Kleider im Rucksack versteckt hielten. Als die drei sich wieder zivilisiert hatten, machten wir uns auf die Suche nach einem Wirtshaus, um unseren Durst zu löschen. Wir liefen den Berg hinunter nach Sepey. Da gab es noch ein Wettrennen, welcher zuerst unten war. Dort löschten wir unseren Durst. Dieser Tag war so schnell vorbei, wir mussten ans Heimgehen denken. Etwas müde und zufrieden fuhren wir nach Gsteig.

Gerhard Marti

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Eidg. Turnfest Winterthur 1984

21.-24. Juni

Teilnehmer : Hansruedi Hauswirth (Oberturner), Hanspeter Walker, Christian Walker, Ruedi Neuhaus, Walter Brand, Ueli Brand, Roland Kohli, David Gander, Klaus Seewer, Gottfried Walker, Urs Würsten, Richard Brand, Toni Berchten, Ruedi Buri, Thomas Burri, Fritz Bettler, Daniel Trummer, Adrian Marti, Andreas Marti

Freitag

Am Freitag Morgen startete der grössere Teil der Turner mit den Privatautos Richtung Winterthur. Bei der Raststätte zwischen Zürich und Winterthur mach-ten wir zu einer Kaffeepause ab. Von da aus führte uns Ruedi Neuhaus, der die Gegend wie sein Hosensack kennt, über Nebenstrassen bis zur Unterkunft ausserhalb Winterthurs. Dort angekommen bezogen wir die Unterkunft, die aus einem Schulzimmer bestand. Mit Schrecken stellten wir fest, dass wir nicht einmal eine Dusch hatten, obwohl sie uns auf jedem Bett ein Duschmittel ver-teilt hatten. Wir stürzten uns in die Turnklamotten und liefen Richtung Festplatz, um dort die Freizeitwettkämpfe zu bestreiten. Beim Tram angekommen, stiegen wir prompt in die falsche Richtung ein und mussten einen grossen Umweg ma-chen. Nach den Freizeitwettkämpfen gingen Ruedi Neuhaus und ich (Andreas Marti), wegen Unfall an der Hand nicht turnen konnte, ein Nachtessen organi-sieren. Wir fanden es ganz in der Nähe, wo wir auch sehr gut assen. Danach gingen noch einigen ins Winterthurer Nachtleben. Am späten Nachmittag starte-te die Nachhut in Gsteig. Ruedi Buri, Thomas Bettler, Mitfahrerin Meier und ich (Adrian Marti) starteten um 700 Uhr. Fräulein Meier wollte eine Bekannte in Win-terthur besuchen, und da wir noch Platz hatten, nahmen wir sie mit. In Winter-thur angekommen, fragte ich sie wo wir sie absetzen könnten. Sie lachte nur höhnisch. Nach langem Herumkreisen fanden wir unsere Unterkunft. Wir Jungs verstauten unser Gepäck in der Unterkunft. Frl. Meier schloss sich uns ohne zu fragen an. Mit Schrecken mussten wir feststellen, dass wir das Turnfest mit ihr verbringen müssten. Nach erfolgloser Suche nach den Kumpanen rüsteten wir uns mit einer Harrasse Bier aus und kehrten zur Unterkunft zurück. Da wir so-wieso, schon ohne Frl. Meier, zuwenig Platz zum Schlafen hatten, beschlossen wir im Freien mit der Harrasse zu übernachten. Kurze Zeit später trafen auch die Winterthurer-Nachtmenschen ein, die sich ein paar auch zum draussen Schlafen bewegt fühlten. Als sie erfuhren, wie es um Frl. Meier stand, fühlte sich Richard verpflichtet eine Nackteinlage zu machen, die die Meier schre-ckensbleich Roland Kohlis Bett flüchten liess. Als Roland Kohli und Walter Brand zur frühen Stunde auch noch heimkehrten, musste Roland mit Schrecken feststellen, dass sein Bett besetzt war.

Samstag

Am Sonntag stand der Umzug auf Programm. Ruedi Burri und Thomas Burri als Blumenhornträger und ich (Andreas) als Fahnenträger. Nachdem wir noch die Blumenhörner füllen mussten, kamen wir bald zu spät, doch es stellte sich her-aus, dass wir immer noch zu früh waren. Es fing leicht zu regnen an. Als wir endlich losmarschieren konnten, war es sich schon 1 Stunde später. Kreuz und quer ging es durch die Stadt bis zu den Festzelten. Dort trafen wir uns wieder mit den andern, die den Eulachtest absolvierten, der sie von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit durch die Stadt führte. Es ging zum Mittagessen ins Fest-zelt, dass sehr gut und auch sehr gut organisiert war, wie überhaupt das ganze Fest. Nach dem Essen traten wir in den Regen hinaus und schlenderten auf den Festplatz, dort stellten wir Frl. Meier als Gepäckwache auf, die nicht einmal einen Regenschutz besass. Um 1530 Uhr trat unsere Sektion beim Kugelstos-sen und Diskus an, um 1635 Uhr beim Hochsprung und Steinstossen, um 1735 Uhr beim Barren im Geräteturnzelt. Die Barrenübung schlossen sie mit der Note 27.72 ab. Danach ging es zur Gymnastikübung. Wir betrachteten die zwei vor-deren Sektionen bei strömendem Regen und sahen das der Boden sehr glit-schig war. Doch unsere Sektion überstand dies Problem sehr gut, zwei kleine Ausrutscher mussten sie dennoch hinnehmen. Sie beendeten das Gymnastik-programm mit der sehr guten Note 28.47. Danach gingen wir völlig durchnässt ins Fotozelt und liessen uns ablichten. Am Abend gingen wir auf Empfehlung von Ruedi Neuhaus in ein Routierrestaurant essen. Es gab danach wieder ver-schiedene Detachements, da einige sofort ins Bett gingen und andere in Nacht-clubs oder Rummelplätze verschwanden. Wir zwei waren bei der Rummelplatz-gruppe. Als wir danach noch ein Bier im Bierzelt einnehmen wollten, war alles kurz und klein geschlagen. So mussten wir mit dem Festzelt vorlieb nehmen. Durch Zufall trafen wir ein Winterthurerfräulein das Ueli Brand während dem Umzug in die Zehenn kniff. Sie war sofort bereit, uns nach einem langen Marsch einen Kaffee anzubieten.

Sonntag

Am Sonntag Morgen um 600 Uhr organisierten wir blitzartig ein Taxi um die an-dern Kameraden aus ihren süssen Träumen zu wecken. Wir staunten nicht schlecht als Oswald Reichenbach mit zwei Mädchen in unserem Schlag schlief. Mit einigen Meinungsverschiedenheiten brachten wir auch die älteren Kamera-den aus ihren Betten. Nach der Zimmerräumung, die um 630 Uhr beendet sein sollte, gingen wir zum Frühstück. Über die Schlussvorführungen bis zur Abfahrt wissen wir leider nicht viel zu berichten, weil wir leider in den Autos süss schlie-fen. Wir wissen nur, dass es für die Schlussvorführungsturner recht kalt und nass war, obwohl die Sonne wieder leicht schien. Am späten Vormittag traten wir die Heimkehr an. Das Mittagessen, das wir einnahmen, bekam einigen nicht sehr gut , weil sie noch den vordrigen Abend verspürten. Es ging danach weiter und nach dem obligaten Latterbach-Halt trafen wir gegen Abend wieder in Gsteig ein, wo wir eine ersehnte Dusche nahmen. Mit unserem Damenturnver-ein machten wir den Umzug vor den Bären und feierten bei Gesang und musi-kalischen Einlagen unsere gute Schlussnote 110.71 bis tief in die Nacht hinein.

Andreas und Adrian Marti

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