Jubliäumsreise

 

Jubiläumsreise 1986 ins Burgund

26.-28. Oktober


Nach dem TV-Jubiläum im Februar entschlossen sich die Turner, im Herbst 86 eine Jubiläumsreise zu organisieren. So starteten wir also am 26. Oktober um 600 Uhr morgens beim Postplatz und verliessen das Dörfli und fuhren Richtung Bulle - Murten - Pontarlier. Der Chauffeur Otto Tritten und der Präsident Ruedi Neuhaus organisierten die Reise tadellos und ich möchte ihnen gleich am An-fang des Berichtes ein Kompliment machen, es klappte alles von A - Z und das ist nicht selbstverständlich ! So konnten wir also drei sorgenlosen Tagen entge-gen sehen. Die Stimmung war Tip-top, da musste ja der grösste Morgenmuffel auftauen. In Murten begann Otto von einem herrlichen Znünikaffee zu schwär-men, doch einige mochten es kaum erleben, den erst kurz vor der Grenze wur-de unsere Kaffee-Sehnsucht gestillt mit herrlichen Gipfeli dazu. Kollege Esel vergessen wir sicher nicht so schnell, der uns mit einem herzlichen i a, i a be-grüsste und auch wieder verabschiedete. Auf der Weiterfahrt merkten wir bald, dass wir nun im Ausland waren. Spätestens an den Stromleitungen sah mans, denn sie glichen eher Wäscheleinen. Zur Mittagszeit befanden wir uns in der Gegend von Dole, wo wir das erste Mal Frankreich's berühmte Küche genos-sen. Nach dem 7. Gang wurde schliesslich der leerste und der grösste Magen voll. Auf der Weiterfahrt wurde es nun etwas stiller, denn nun gings ans verdau-en. Gegen 400 Uhr nachmittags tauchten die ersten Dächer der Stadt Beaune auf, ein herrliches altes Städtchen umgeben von einer hohen Mauer, das war unser Ziel. Dort angekommen stiegen wir in einen alten historischen Keller, wo wir nun endlich Frankreich's Weine degustieren konnten. Doch unsere Geister blieben noch ungetrübt, denn es war eben nicht Schweizer Wein. Um 600 Uhr fuhr uns Otto zum Nachtquartier. Vor dem Hotel wurden die Schlüssel verteilt und merkten bald, dass wir gut aufgehoben waren. Alles war sauber und gemütlich. Nach einem erfrischenden Bad stürzten alle in Gala und wieder setzten wir uns zum Tisch. Das Essen war herrlich, die Stimmung toll, besser konnte es uns nicht gehen. Da der Feierabend zur freien Verfügung stand, verloren wir uns aus den Augen. Wann es endgültig Nachtruhe gab, kann niemand mit Gewissheit sagen.

Samstag 27. Sept., zweiter Tag unserer Jubiläumsreise. Tagwache um acht Uhr, für etliche vielleicht etwas zu früh. Das reichhaltige Morgenbuffet füllte so-gar den grössten und stärksten Magen, man konnte wirklich so richtig zugreifen und einpacken. Anschliessend führte uns Otto mit dem Car nach Beaune. Der Vormittag war nun zur freien Verfügung, heisst, dass wir uns im grossen "Märet" von Beaune herumtummelten. Einige deckten sich mit Souvenirs ein, andere degustierten schon am Vormittag den Roten, eine Gruppe wiederum sucht in ganz Beaune nach einem Minigolf, doch ohne Erfolg. Aber auch die vielen "Glüschtchen" nach einer feinen Pizza wurden nicht gestillt. Am frühen Nachmit-tag ging nun die Fahrt weiter in eines der berühmten Weingebiete von Burgund. Die Besichtigung des Château du Clos de Vougeot war eindrücklich. Die Füh-rung mit Kommentar durch die verschiedenen Räume und Gemächer zeigte uns einen Einblick in die frühere Zeit. Bei angenehmem Herbstwetter nahmen wir nun frohgelaunt den vorgesehenen Marsch unter die Füsse. Wir wanderten durch ein kaum überblickbares, riesiges Weingebiet durch die Dörfchen Cham-bolle-Musieny, Morey-St.Denis bis nach Gevrey-Chambertin. Bei der Weinkelle-rei Duroché, einem kleinem Weinbauer, dessen Frau eine Schweizerin ist, gab es unsere nächste Besichtigung. Eindrücklich war hier der Familienbetrieb, ebenso die Bewirtung, wie das Probieren der verschiedenen Rotweine. Beinahe alle kauften einige Flaschen Burgunder. Leider werden wir diese Flaschen erst nach sechs Jahren entkorken können, weil der Burgunderwein erst nach Jahren das gewisse Bouquet erhält, schade ! Die Zeit verrann so schnell, dass wir uns wieder in den Car setzten, um rechtzeitig in Nuits-Saint-Georges im Hotel Mai-son des Hautes-Côtes das Nachtessen einzunehmen. Die Fahrt verlief nicht ganz programmgemäss, auf halber Strecke wurden wir von gesperrten Stras-sen überrascht, und auch das Autorennen fand nicht grossen Anklang, so dass unser flotter Chauffeur Otto sehr verärgert den Rückwärtsgang einschaltete und mehrere Kilometer rückwärts fahren musste. Nach einem grossen Umweg und trotz knurrendem Magen kamen wir frohgelaunt beim Hotel an. Die Speisekarte bot uns ein reichhaltiges Menue an, auch verschiedene Sorten Wein wurden aufgetischt. Die Stimmung nahm zu, eine fröhliche und zufriedene Turnerschar sah einem gemütlichen Abend entgegen. Als nun Thomas "Des Pfarrers Köchin hat eine rote...abgenutzte...durchgeputzte...vielbenutzte Nase" vorgetragen hat-te, mussten wir uns auf den Heimweg begeben. Einen kurzen Abstecher in das Nachtlokal Kiss war nicht zu vermeiden, doch die meisten waren nicht sehr be-geistert, so dass wir gleich wieder umkehrten. Als René Ramseier nun den "Deux Chevaux" den verängstigten Besitzern wieder an seinen rechten Platz geparkt (geschleppt) hatte, konnte die Fahrt fortgesetzt werden. Wir erlebten einen herrlichen erlebnisvollen Tag, so schnell werden wir diese Reise nicht vergessen. Ich möchte mich hier bei den Verantwortlichen dieser Reise ganz herzlich bedanken für die tadellose Organisation. Nach gemütlichem Beisam-mensein vor dem Hotel Campanile und nach einem feinen Bierregen, sehnte man sich doch langsam nach einigen Stunden Nestwärme.

Anni Walker

Der dritte Tag begann schon um Mitternacht. Einige waren noch ziemlich frisch, denn sie genossen eine erfrischende Bierdusche von Anni spendiert. Auch Thomas trug sehr zur Unterhaltung bei, da aber die Hemmungen plötzlich die Oberhand gewannen, unterlies er sein Schauspiel und die Schläfrigen begaben sich zur Ruhe. Doch endgültig Feierabend machte der Nachtportier. Was aber noch alles hinter den Türen geschah, bleibe ein Geheimnis...
Am Morgen sah man nur hie und da einer mit Leerglas zum Container schlen-dern, warum wohl ? Nun war leider schon der letzte Tag angebrochen und nach dem Frühstück, als alle Frauen endlich erschienen, starteten wir zu einer letzten Fahrt durch die unendlichen Rebberge Frankreichs. Einem Kanal entlang fuh-ren wir weiter und konnten auch sehen, wie so eine Schleuse funktioniert, da gerade ein Schiff sie passierte. Nach Chalon sur Saôune gings Richtung Gam-pagnole, wo wir das letzte Mal auf französische Art, die ohnehin vollgestopften Bäucher fütterten. Man merkte aber gut, dass einige schon ziemlich "a ghirtet" waren. Sehr schläfrig näherten wir uns der Grenze in Pontarlier. Vorher aber machten wir noch einen z'Vierihalt auf einem Rummelplatz, wo unsere Geister wieder wach wurden. Problemlos passierten wir auch dieses Mal den Zoll. Bei unserem grauen Langohr-Freund mundete uns das schweizerische Nachtessen doch auch und es heimelete mir jedenfalls schon. Als es nun Richtung Gsteig ging, machten sich die Folgen der letzten zwei kurzen Nächte bemerkbar. Übe-rall hingen die Köpfe nach links oder rechts, die Augen waren geschlossen und der Atem ging ruhig. Um 1100 Uhr abends leuchteten uns die Lichter von Gsteig entgegen. Eine wunderschöne Reise war zu Ende, doch schöne Erinnerungen bleiben. Ich möchte es nicht unterlassen, im Namen aller eingeladenen Frauen zu danken, dass wir mit Euch durften, denn auch für uns waren es drei unvergessliche, wunderschöne Tage.

Barbara Brand

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