Turnerfahrt

Kantonalturnfest Biel

 

Turnerfahrt 1987

28. Mai 1987

Auffahrt heisst für den Turnverein auch zugleich Turnfahrt. Bis in die 60-iger Jahre (dieses Jahrhunderts) war dieser Turnerausflug vom Eidgenössischen Turnverein (ETV) obligatorisch erklärt, wobei die Mindestmarschzeit von 4-5 Stunden vorgeschrieben war. Es wurden auch Rapporte dieser Turnfahrten er-hoben. Wir (Vorstand) konnten damals nicht so recht begreifen, dass wir als Bergler bis zu einem bestimmten Zeitpunkt dieser Turnermarsch zu absolvieren hatten. Wir konnten uns mit dem Turnfahrtobligatorium nicht zurecht finden. Die Pflicht wurde abgeschafft, nicht aber unser seid Jahren zur Tradition geworde-ner Turner-Ausflug jeweils am Auffahrtstag. So bestreitet unser Verein seit über 20 Jahren die Turnerfahrt. Bei Regen und Schnee mehr per Auto und Pisten-maschine als zu Fuss notabene! Was meines Erachtens alle bisherigen Turn-fahrten gemeinsam hatten war, die beteiligten Turner erlebten immer einen ge-mütlichen kameradschaftlichen Sonntag miteinander. Bis auf eine Ausnahme, da ein Kamerad noch amiöser Leiter und Misstbännenfahrt vom Iserin mit Son-nenstich - Hitzestauungssymtom ins Spital gebracht werden musste. - Auch das war Kameradschaft!

Teilnehmer:

Ruedi Neuhaus - Präsident
Hansruedi Hauswirth - Oberturner
Toni Berchten Walter Brand Daniel Trummer
Fritz Bettler Richard Brand Christof Trummer
Peter Beetschen Ruedi Burri Christian Walker
Michel Brand Hubet Matti Gottfried Walker
Ueli Brand René Ramseier Hanspeter Walker

Besammlung um 8 Uhr auf dem Postplatz Gsteig. Letzte Einkäufe für das be-vorstehende Picknick aus dem Rucksack. Es scheint eher einen regnerischen Tag zu geben. Unser Ausflugsziel ist via Tête de Meillere den Lac des Chavon-nes aufzusuchen. So fahren wir mal bis Eisbahn Les Diablerets. Der Schnee liegt noch tief am Meilleret. Die Begeisterung, nach einem langen Winter noch-mals in den Schnee zu stampfen, hält sich in Grenzen. Unsere Idee ist: nicht zu hoch aufzusteigen und rechts am Meilleret vorbei zu traversieren. Schon wegen der Anstrengung! Über Le-Rachy überqueren wir in kleinen Gruppen nach ca. 1 Stunde Marschzeit die Anhöhen des Meilleret. Zum Abschied des Winters doch noch einige Schneestapfen. Nach kurzem Absteigen wieder im grünen Grase ist das "Zmorge-Znüni" überfällig geworden! Erste Degustationen finden statt. Das Wetter hält sich recht gut, es macht "auf und zu" wie wir so sagen. Der Entschluss infolge zu tiefer Schneelage den Lac des Chavonnes nicht zu besu-chen ist definitiv. Also Weitermarsch mit Ziel = Aigle. Um die Mittagszeit errei-chen wir das kleine schön gelegene Dörflein La Forclaz mit seiner hölzernen Kirche und einigen alten bundverzierten Holzhäusern. Entgegen unserer Mei-nung, zeigt die Kirchenuhr auch Sommerzeit an. Die Bewohner dieses eher ab-gelegenen Dorfes fanden es nämlich die letzten Jahre nicht für nötig auf Som-merzeit umzustellen! Oder welchen Grund sie auch dazu hatten? Noch ein klei-nes Detail. Offenbar gibt es nebst all dem schönen in diesem Dörflein auch so etwas wie eine "Dynastie-Marti"! Zwölf Uhr vorbei und knurrige Magen. Die Tur-nerschar nähert sich dem Hauptakt der jeweiligen Turnerfahrt, dem Bräteln auf offenem Feuer. Unterhalb La-Forclaz wird unsere "Spitzengruppe" (sogar ohne Hp. Brand) fündig: Ein sehr schöner und geeigneter Ort für den Mittagsaufent-halt. Bänke sind zwar keine vorhanden, sie werden aber gespielt!
Eine kleine Feuerstelle ist zugegen und geeignetes Brennholz ist in nächster Nähe genügend vorhanden. (Diesmal keine "Schittli"!)
In wenigen Minuten schon lodert das Feuer. Und immer mag es noch nicht reg-nen! Rund um uns gibt es Frühlingsregen - welch ein Glück! Für wen? Wir ha-ben uns niedergelassen. Diverse Aperos werden umgereicht. Grillschwaden ziehen durch die Luft. Eine Vielfalt von Spezialitäten werden da zubereitet. Sol-che Gemütlichkeit würde ein Gastwirt mit Ambiance bezeichnen. Mir scheint aber diese Stimmung schwer zu beschreiben. Diese muss man miterleben kön-nen! Dem dazugehörende Mittagsnickerchen oder Kartenspiel wird gefröhnt, bis sich ein neuer Gewitterregen nähert. Es ist höchste Zeit aufzubrechen. Zurück bleibt nur ein bisschen nur der Qualm der Stumpenrunde und ein bisschen Asche auf der Feuerstelle. Ein sauberer Picknickplatz ist bei uns Turner ganz selbstverständlich. In froher Stimmung schlendern wir mit vollen Bäuchern durch die uns unbekannte aber sehr schöne Landschaft an der linken Seite der Grande Eau nach Aigle. Einzig fehlt mir der Chorgesang des Turnerliedes. Ein kleiner Abstecher vom Wanderweg und gleich zwickt es uns recht unanständig eine Geröllhalde hinunter. Dabei macht René den seltenen Morchelfund, ein Exemplar von ca. 25 cm Grösse. Wenig später bei einem Sondierstollenein-gang werden wir nochmals fündig = Morcheln im Stoffsäckli!? Kurz nach 17 Uhr (Mitteleuropäische Sommerzeit) erreicht unsere Turnerschar nach 6 Stunden Marschzeit und einer wegstrecke von ca. 20 km. (oder 10.79 Seemeilen) - Aigle - Bahnhofbuffet. Glücklicherweise ist unser Express gleich abgefahren! So können wir noch unsere Beine ausstrecken und vor allem den herrlichen "Aigle-light" geniessen! Hansruedi besorgt die Kollektivkarte. "Wann fährt das nächste Zügli? Wenn alle Passagiere eingestiegen sine! Für uns 19.04 Peron 25. Eine lustige Fahrt, für viele von uns wohl die erste mit dieser Bahn, welche vor kurzer Zeit vor der Stilllegung gerettet werden konnte. Umsteigen in Sepey auf Autokurs, wegen Bahnhof und Geleisesanierungsarbeiten. Die Carfahrt nach Les Diablerets ist eher angsterregend. Der seines Zeichens Chauffeur fährt "wie ne gschturna Gänfer"! Dafür bedient er sich der Gangschaltung nicht ganz geräuschlos: aam-kk-am. Aber doch heil angekommen, verabschieden wir uns mit = Ou revoir merci quand mème! Jetzt entspannende Rückfahrt mit un-seren Autos nach Gsteig. Zum Ausklang dieses einmal mehr erquickenden Turnerausfluges, verweilen wir noch im "Bären".

Ausblick =

Die turnerischen Aktivitäten in einem Turnverein stellen sicher die Hauptarbei-ten dar. Nebst dem wöchentlichen Turnbetrieb, dem Schlussturnen und dem Turnfest als jeweilige Krönung eines Turnerjahres, gehören doch einige Veran-staltungen wie Lottomatch, Sommerfest und eben die Turnerfahrt, um nur Bei-spiele zu nennen, zum fast festen Programm eines Turnvereins. Gerade solche Manifeste geben meines Erachtens einem Dorfverein das notwendige Zusam-mengehörigkeitsgefühl. Den Kitt für echte, fröhliche Kameradschaft. Sind wir bereit auch in Zukunft Opfer zu bringen was heisst, Arbeit zu leisten die nicht mit Geld bezahlt wird? Werden wir auch weiterhin die Aufgaben im Turnverein mit vereinten Kräften zu lösen versuchen? Ich bin zuversichtlich und hoffe es.

Hanspeter Walker

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Kantonalturnfest Biel 1987

21. - 22. Juni

Am 21. Juni hei wier nus am morge em Zäni uf em Poschtplatz gsammlet. Wier si elf Turner gsi, u das : Hanspeter Linder, Hanspeter Walker, Christian Walker, André Walker, Andreas Marti, Hubert Matti, Christoph Trummer, Toni Berchten, Hansruedi Hauswirth, Peter Beetschen u dä wa usnahmswis e mal mundart schribt, Arthur Beetschen. René Ramseier, Ruedi Buri u Richard Brand si vor üns gange. Äbeso Ruedi Neuhaus u Klaus Seewer. Äs hät grägnet wi us Chüble e so wi mus gwanet esch gsi dä Ustag. Derna si wer gäge Biel zue gfahre, hei nus underwäge met Richard, René u Ruedi troffe u met emene Gaffi gstärkt.
Z'Biel esch es geng no leid gsi, het aber nemme eso verruckt grägnet. Am Feschplatz het sich üns es schöns Bild bote : Pfudel, Nässi u Chelti. Es paar va üns hei gschiedrwis Stefel em Gepäck met sich gno. Em Feschtzelt hei wer du grad emal z'Zabe gässe. Derna si wer uf z'Fäld usi, we wer äbe no emal hei wäle Körperschuel üebe. Hanspeter Walkers Tonbandgrät u Hansruedi Haus-wirth's Kassette heis anschienend ned eso guet zäme chöne, de scho nach es paar Üebige hets ufzal g'chräschlet u g'chroset u ds Bändli enhigwurget. All zäme hei wäle hälfe das Band usa z'nä. Bald esch de ünsa Oberturner e nes Radiogschäft. Derzue hei wer no dür e Lutschprächer la frage ob irgend e Ver-ein z'glich Bändli hätti. Äs esch nüt gsi z'mache, wier hei e Teil vo dr Üebig mü-esse ewäg lasse.
Am viertel vor füfi hei wer nus du e dr Ischhalle e di wisse Barrehöseni gschtürzt u si zum Barreturne aträte. Trotzdäm das nus es paar Spezialischte hei gfehlt, hei wer doch no beachtlichi 28.30 Punkt erreicht. Speter esch Hochsprung, Steistosse, Kugelstosse, Diskus u Schleuderball dra cho.
Nächdäm esch d Gymnastik- Üebig du uf em Programm gstande. Wir hei all zäme es betzi es eigenartigs Gfüehl em Mage ka. Be strömendem Räge u däm pfudlige Bode hei wer z'lescht usgsee wi d'Süuwleni. 27 Punkt hei nus d'Schiedsrichter du no gä. Derna hei wer nus duschet, (wir heis nötig ka) an-dersch agleit u si e ünsi Underkunft (e Zivilschutzrum) izoge. Äs esch es betzi äng gsi, aber wir hei sowiso ned lang wäle schlafe. Wa allz esch parat gsi, si wer e ne Beiz a der Aare gange, u hei benere dicke Wirtin z'nachtet. U das zwat usinig guet! Wir hei derna no d'Nachtlokal ds Biel unsicher gmacht. Wi speter dass isch worde, wi weniger si wer gsi. Es paar si halt afe ga lig, va andere weis mu nüt!... E der Underkunft esch trocheni Luft gsi, mu esch fasch vertrochnet.
Hansruedi u Christoph si em Sunntig no öppis Wettkämpf ga bestritte. Wier an-dere si gross ga z'morgne, u e chlei ga umha gugge.
Em Namittag het mu no d Schlussvorfüerig gugget. Mu het ganz guet Darbietigi gseh. Schlussändlich esch no ünsi Punktzahl uscho: 108.71. Es hetti besser u schlächter chöne ga. Nachem Chranz z'reiche u dem Fahnemarsch si wer am füfi ufbroche für heim. Z'Latterbach si wer no zuehi, das sigi schins Tradition. Em Gsteig hets no es Umzügli gä met de Dame, un em Bären esch es no met gmüetlichem zämesi usklunge.

Arthur Beetschen

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