Turnerfahrt

Eidgenössisches Turnfest Luzern

 

Turnerfahrt 1991

 

Zahlreiche Gsteiger Turner fanden sich an dieser Auffahrt um acht Uhr auf dem Postplatz ein. Mehrere Varianten waren vorgeschlagen, wir entschlossen uns für das "Schnurreloch" oberhalb Oberwil. Mit einigen Autos fuhren wir nach Gstaad. Wie schon mehrere Male hatte die MOB wieder einmal Verspätung und mit der ältesten Lock fuhren wir endlich los. In Zweisimmen angekommen, bestiegen wir einen bequemeren Zug. Nach kurzer Fahrt kamen wir am Bahnhöflein in Oberwil an. Auch der Turnverein Zweisimmen hatte das gleiche Ziel, denen wir später ein Schnippchen spielen wollten, was leider nicht gelang. Nach einem gemütlichen und geschwätzigen Augstieg erreichten wir schon bald einmal das "Schnurreloch". Nachdem auch die letzten oben angekommen waren, verweilten sich die Ersten schon an einem Gläschen Wein, andere erforschten die Höhle. Als einige auch ihre Stumpen fertig geraucht hatten, ging es wieder hinunter. Nach einigen 100 m legten wir unsere Znünipause ein, die wir bei herrlicher Sonne und Wärme richtig geniessen konnten. Dann marschierten wir guten Mutes ca. 2 Stunden weiter, bis wir ein schönes Plätzchen fanden, wo wir unser Mittagessen auspacken durften. Mit Hilfe von allen hatten wir schon bald einmal gute Glut zum bräteln. Jeder hatte eine andere Menuezusammenstellung. Die einen ein gut gewürztes Kotelett oder Plätzli, die anderen eine kohlverbrannte Cervelat. Auch an Wein mangelte es nicht, da kam hier und dort eine Flasche zum Vorschein. Kaum gegessen, bildeten sich schon zwei, drei Gruppen. Warum wohl ? Die einen legten sich hin, um ihr Mittagsschläfchen zu machen, jedoch andere hielten nichts von einem Schläfchen, die Jasskarten wurden verteilt und schon hörte man das Geld klimpern. Nachdem wir unsere Raststätte geräumt hatten, gings hinunter bis wir die Talseite wechseln mussten. Die einen wollten schlauer sein und gingen geradewegs hinunter und mussten anschliessend den steilen Hang hinaufkrabbeln, aber schlussendlich waren die andern, welche dem Weg entlang gingen doch noch etwas schneller und hatten weniger Mühe gehabt. In Weissenbach angekommen, stürzten sich sogleich einige ins Wirtshaus und kamen mit ein paar Flaschen Bier zurück, während die andern am Bahnhof warteten. Nach einer gemütlichen und lustigen Zugsfahrt in Gstaad angekommen, gings im Eilzug in den Bären. Dort verbrachten wir nach dem schönen Auffahrtstürli, bei guter Stimmung, noch einen schönen Abend.

Herbert Walker

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Eidgenössisches Turnfest Luzern 1991

21.-23. Juni 1991

 

Gut gelaunt und bei herrlicher Sommermorgenstimmung trafen wir uns schon um 600 Uhr auf dem Gsteiger Postplatz. Es waren dies 17 Turner : Hansruedi Hauswirth, Hanspeter Linder, Christian und Herbert Walker, Hanspeter Walker, Arthur, Peter und Kurt Beetschen, Toni Berchten, Fritz Bettler, Richard Brand, Ruedi Buri, René Walker, Simon Gander, Urs Knöri, Christoph und der Schreibende. In Gstaad bestiegen wir den Zug - da stiess auch noch der letzte Mohikaner, Dani Trummer, mit Köfferli und Regenschirm, zu uns. Die Reise führte uns via Thun - Konolfingen nach Luzern. Wir waren nicht ganz die einzigen, die in Luzern irgendetwas auf Programm hatten... Unser Reiseleiter und Oberturner, Hansruedi, führte die Truppe anschliessend auf das Festgelände der Allmend, wo wir zum Glück bereits etwas zum Essen erhielten.
Anschliessend begab man sich auf ein freies Rasenplätzchen, um für die Körperschule den letzten Schliff zu holen. Nach 1300 Uhr war es dann so weit, unsere ersten Auftritte standen bevor. Manch einer war sichtlich nervös, im grossen Fussballstadion vor so vielen Zuschauern zu turnen - mir jedenfalls erging es nicht anders ! Doch einmal angefangen steigerten sich alle und wir durften mit dem Gebotenen gewiss nicht unzufrieden sein : Note 28.26 bedeutete ein flotter Start am Eidgenössischen.
Kaum eine Stunde später hatten wir erneut in die Hosen zu steigen. Ein Barren-Normalprogramm mit 12 Turnern war angesagt. Die Gstaader unterstützten uns bei der Vorführung und ich glaube, dass es noch nie so gut klappte beim Üben zuvor daheim wie nun im Festzelt in Luzern. Hansruedi musste kurzerhand auch noch einspringen, Chrigel Walker turnte wie in seinen besten Zeiten, aber auch allen andern gelang ihre Übung gut - beim Abgang waren jedenfalls immer alle gleichzeitig wieder neben dem Barren... Unser Oberturner durfte vom Schiedsgericht das Notenblatt mit der Zahl 28.35 entgegennehmen - wir waren zufrieden !
Auch noch am Freitag Nachmittag mussten wir die Sprünge demonstrieren. Acht Mitglieder des Vereins wurden dafür auserkoren - hatten doch alle interne, strenge Selektionen zu bestehen. Von Hechtrolle über gestreckter Salto, Überschlag und 1 ½ Salto wurde alles geboten. Im Rhythmus war man stets zusammen, was die aufmerksamen Kampfrichter auch honorierten, indem sie uns die guten 28.56 gaben. Die Pflicht war somit erfüllt, wir begaben uns zum gemütlichen Teil, nachdem auch die Leichtathletik abgeschlossen war (1000m Lauf, Steinstossen, Hochsprung).
Zuerst bezogen wir in einer Turnhalle in Meggen die Schlafplätze, anschliessend assen wir alle gemeinsam einen guten Fisch mit Sauce und tranken zwei, drei Tee dazu. Die Atmosphäre stimmte, war es doch sommerlich warm und unsere Tische auf einer Terrasse aufgestellt. Die Bedienung war ebenfalls "recht". Zu späterer Stunde begaben sich die meisten noch in ein Festzelt in der Nähe der Turnhalle - da organisierte nämlich der ortsansässige Fussballclub ein Festchen. Dem Vernehmen nach soll jedenfalls noch bis früh in den Morgen gespasst und gesungen worden sein, so dass die Turnhalle eine schlechte Ausnützungsziffer aufwies...

Samstag
Morgen; als erste erhoben sich nicht der Älteste (Hanspeter Walker) oder die Jüngsten - nein, es war der Oberturner selbst, der uns ermahnte langsam aufzustehen, Heute standen der Umzug durch Luzern und die Freizeitwettkämpfe auf Programm, Nach einem Supermorgenessen mit Gipfeli, Honig und Coca im Bahnhof hatten wir uns bereitzustellen, umzukleiden. Unsere Region sollte ja zeigen, was etwa so im Winter alles gemacht werden kann in der Freizeit. Die Palette war sehr vielfältig - von Schlitteln über Gleitschirmfliegen, Skispringen, Eishockey, Skifahren, Snowboard, Langlauf fehlten natürlich auch die Curler nicht - manch einer in einem lustigen Aufzug ...
Diese Thematik - Wintersport - wurde von allen Turnvereinen des Saanenlandes mitgestaltet. Auch eine Gondel fuhr mit. Dieser ganze Umzug war ein Riesenspektakel, wo die ganze Schweiz mitmachte, also jeder Verein irgend eswas darstellte, sei es nun geschichtlicher oder kultureller Natur. Nun ca. 1000 Uhr marschierten wir los, nach 2 Stunden kamen wir durstig auf dem Festgelände an.
Nach dem wohlverdienten Mittagessen konnten wir noch an den diversen Freizeitwettkämpfen teilnehmen. Jeder Turner hatte die Möglichkeit, sich in irgendeiner Disziplin wie Barren, Sprünge, Kugel, Weit, 80m, 1000m bewerten zu lassen. Die grosse Hitze machte jedem zu schaffen, Fritz sah ich an diesem Nachmittag oft am Schatten und mit einer Flasche am Mund... Die Wettkämpfe waren lustig, locker - zu gewinnen gab's einen Waschlappen um den Schweiss abzutrocknen.
Am Abend verschoben wir uns wieder " de suite" nach Meggen und alle waren sich einig, nicht mehr auf's Festareal auf der Allmend zurückzukehren. Vielmehr fand ein jeder es gemütlicher, gemeinsam essen zu gehen und zusammenzubleiben. Überhaupt war die Kameradschaft hervorragend - es ist flott so ! Nach einem vorzüglichen Diner statteten wir noch den Grümpelturnierfreunden einen Besuch ab und gingen diesmal etwas früher schlafen.

Sonntag
Unser letzter Tag in Luzern. Die Schlussvorführungen im Fussballstadion wollten wir uns unbedingt anschauen gehen. Nachdem wir später auch für die Vereinsphoto "hingehalten" hatten, verschoben wir uns in Richtung Stadt. Manch einer genoss eine Abkühlung im Springbrunnen vor dem Kunstmuseum, andere zogen den See vor, wieder andere ein Bierchen im Schatten unter den Lauben. Um ca. 1530 Uhr rollte unser Zug los : Brünig - Interlaken - Spiez - Gstaad. Eine tolle Stimmung noch im Zug, wo die sogenannte "Welle" durch ca. 15 Wagen floss. Gemütlicher Schwatz, Rückblick auf's Fest, dass die Zeit so schneller verging versteht sich. Wir verabschiedeten die Gstaadergruppe am Bahnhof, zottelten heim und dort empfing uns eine Delegation des Damenturnvereins.
Nach dem Umzug durch's Dorf ein kleines Apéro vor dem Bären - und zu guter letzt musste auch der Hunger gestillt werden. Gemeinsam assen wir, verwöhnt von der Bärenküche, das Abendessen.
Dies war mein erstes Eidgenössisches Turnfest - mein erstes Turnfest überhaupt. Aber, hoffentlich nicht das letzte. Ich danke allen, die zum guten Gelingen mitgeholfen haben.


Martin Trummer

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